Was ist Employer Branding? Fragen und Antworten
Jedes Unternehmen hat einen Ruf als Arbeitgeber. Immer. Die Frage ist nur, wer ihn schreibt: Sie selbst, Ihre Mitarbeitenden, ein Bewertungsportal oder eine KI, die irgendwo etwas aufgeschnappt hat.
Hier sind die Fragen, die uns in über 500 Projekten am häufigsten gestellt wurden. Und unsere Antworten darauf.
Was ist Employer Branding?
Employer Branding ist der strategische Aufbau einer glaubwürdigen Arbeitgebermarke. Ein Unternehmen klärt, wofür es als Arbeitgeber steht, und macht das nach innen und außen erlebbar. Ziel: die passenden Menschen gewinnen, halten und begeistern.
Employer Branding ist kein Logo. Kein Karrierevideo. Kein Obstkorb.
Es ist Identitätsarbeit. Wer sind wir? Was halten wir aus, was halten wir hoch? Und warum sollte jemand, der woanders mehr verdienen könnte, trotzdem bei uns bleiben?
Unsere Definition bei identifire: Employer Branding heißt, die Wahrheit über ein Unternehmen als Arbeitgeber zu finden und sie so zu erzählen, dass die Richtigen kommen. Und die Falschen gar nicht erst.
Was ist eine Arbeitgebermarke (Employer Brand)?
Die Arbeitgebermarke ist das Bild, das Menschen von einem Unternehmen als Arbeitsplatz im Kopf haben. Employer Branding ist die Arbeit daran, dieses Bild bewusst zu gestalten.
Die Marke gibt es also schon, bevor jemand sie „macht“. Sie entsteht beim Abendessen, wenn Mitarbeitende von ihrem Tag erzählen. Im Bewerbungsgespräch. Beim Abschied. Employer Branding sorgt dafür, dass Erzählung und Erleben zusammenpassen.
Was ist der Unterschied zwischen Employer Branding und Personalmarketing?
Employer Branding ist die Strategie: Wer sind wir als Arbeitgeber? Personalmarketing ist die Umsetzung: Wie erreichen wir die Menschen, die wir suchen?
Personalmarketing ist das Schaufenster. Employer Branding ist das, was im Geschäft passiert.
Ein schönes Schaufenster vor einem leeren Laden bringt Laufkundschaft. Einmal. Ohne Employer Branding wird Personalmarketing zur Dauerwerbesendung, die niemand glaubt.
Was ist eine Employer Value Proposition (EVP)?
Die Employer Value Proposition, kurz EVP, ist das Arbeitgeberversprechen: die wenigen, klaren Gründe, warum jemand bei genau diesem Unternehmen arbeiten will. Sie ist das Herzstück jeder Arbeitgebermarke.
Eine gute EVP ist wahr, unterscheidbar und ein bisschen unbequem. Wahr, weil sie im Alltag stimmen muss. Unterscheidbar, weil „tolles Team, flache Hierarchien“ auf jeder zweiten Karriereseite steht. Und unbequem, weil sie auch sagt, für wen das Unternehmen nicht passt.
Für wen lohnt sich Employer Branding?
Für jedes Unternehmen, das Menschen sucht oder halten will. Also für alle. Gerade KMU profitieren, weil sie mit Gehalt und Bekanntheit selten gegen Konzerne gewinnen, mit Klarheit und Charakter aber sehr wohl.
Der Mittelständler im Waldviertel konkurriert nicht mit Google um Aufmerksamkeit. Er konkurriert um die zwanzig Menschen, die genau zu ihm passen. Die muss er finden. Und die müssen ihn finden.
Wie läuft ein Employer-Branding-Prozess ab?
Ein Employer-Branding-Prozess hat vier Phasen: Analyse, Entwicklung der EVP, Umsetzung in Kommunikation und Arbeitsalltag, Messen und Nachschärfen. Er dauert meist einige Monate, je nach Größe und Tempo des Unternehmens.
- Analyse: Interviews, Workshops, Befragungen. Was erleben die Menschen hier wirklich?
- EVP: Aus dem Material wird ein klares Arbeitgeberversprechen
- Umsetzung: Karriereseite, Stellenanzeigen, Recruiting, Onboarding, Führung. Überall dort, wo Menschen das Versprechen erleben oder eben nicht
- Messen: Was wirkt? Was muss nachgeschärft werden?
Der häufigste Fehler: mit Phase 3 anfangen. Dann wird die Kampagne fertig, bevor jemand weiß, wofür sie wirbt.
Wie misst man, ob Employer Branding wirkt?
An Zahlen aus Recruiting und Bindung: Qualität der Bewerbungen, Zeit bis zur Besetzung, Frühfluktuation im ersten Jahr, Weiterempfehlungsrate der Mitarbeitenden und Arbeitgeberbewertungen.
Die ehrlichste Kennzahl ist trotzdem eine Frage: Würden Ihre Mitarbeitenden einer guten Freundin raten, bei Ihnen anzufangen?
Was hat Employer Branding mit Unternehmenskultur zu tun?
Alles. Die Arbeitgebermarke verspricht, die Unternehmenskultur liefert. Eine Arbeitgebermarke, die an der gelebten Kultur vorbeiredet, bleibt Fassade.
Deshalb arbeiten wir bei identifire immer an beidem. Mehr dazu: Employer Branding und Unternehmenskultur
Was verändert KI im Employer Branding?
Bewerber:innen fragen heute nicht nur Google, sondern auch ChatGPT & Co.: „Wie ist es, bei Firma X zu arbeiten?“ Was die KI antwortet, setzt sich aus allem zusammen, was über ein Unternehmen online steht. Die Arbeitgebermarke entsteht damit auch in Antworten, die das Unternehmen nie zu Gesicht bekommt.
Das heißt: Klarheit schlägt Lautstärke. Wer eindeutig sagt, wofür er steht, wird auch eindeutig zitiert. Wer im Ungefähren bleibt, wird von der KI zusammenfantasiert.
Wie KI die Kultur in Unternehmen verändert, beschreiben wir im Whitepaper Angstfreude: KI und Unternehmenskultur.
Wer ist identifire?
identifire® ist Österreichs erste Agentur für Employer Branding und Corporate Culture. Gegründet 2004, bevor es den Begriff Employer Branding in Österreich überhaupt gab. Seither: über 500 Projekte.
Dazu der Corporate Culture Club, ein offener Austausch für alle, die an Kultur und Identifikation arbeiten. Und Learning Journeys für Führungskräfte nach Kenia und Ruanda.
Sie wollen wissen, wie Ihre Arbeitgebermarke heute klingt? Sprechen wir darüber.